Bianco, il giallo, il nero, Il/DVD Review (Deutsch)

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Drei Halunken Erster Klasse DVD Rezension

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Rezension der DVD von EMS. (Region 2) | Filmseite

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Der Film

1975 lieferte Sergio Corbucci mit dem Film „Il Bianco, il giallo, il nero“ seinen letzten Beitrag zum Italowestern-Genre ab. Mit Giuliano Gemma, Tomas Milian und Eli Wallach hatte er drei Genreveteranen auf seiner Besetzungsliste. Im Gegensatz zu Corbuccis frühen, düsteren Werken, wie „Django“ oder „Leichen pflastern seinen Weg“ , handelt es sich bei „Drei Halunken erster Klasse“ jedoch um Westernklamauk, wie er in den 70ern beliebt war.

Als dem japanischen Botschafter bei einer Zugfahrt sein heiliges Pony von Indianern gestohlen wird, und diese dafür Lösegeld verlangen, schickt er den gesetzestreuen Sheriff Gideon (Eli Wallach) los, um das Lösegeld zu übergeben. Unterstützung erhält er vom Möchtegern-Samurai Sakura (Tomas Milian), der durch das Zurückbringen des Ponys seine Ehre wiedererhalten möchte und vom Gauner Stetson (Giuliano Gemma), der das Geld für sich allein haben möchte. Nach einiger Zeit stellt sich heraus, dass der Bankdirektor, der dem Botschafter das Geld für die Übergabe geliehen hat, ein doppeltes Spiel betreibt: Er hetzt den dreien den verrückten Major Donovan auf den Hals…

Man merkt, dass Sergio Corbucci nicht wirklich Lust hatte, diesen Film zu drehen. Er baut an keiner einzigen Stelle wirklich Spannung auf, vielmehr werden einfach die drei Hauptdarsteller dabei gefilmt, wie sie im Wilden Westen herumblödeln. Das jedoch ist sehr unterhaltsam, denn Gemma, Milian und Wallach schienen beim Dreh bestens gelaunt gewesen zu sein. Ein definitiver Höhepunkt ist die Szene, in der die drei einen Saloon voller Verbrecher infiltrieren, indem sie sich als Frauen verkleiden und auf der Bühne einen Tanz aufführen. Weitere Highlights sind die Frau des Sheriffs am Anfang, die ihren Ehemann vollquatscht und dabei ca. 20 Italowesterntitel in ihrer Rede verarbeitet und die Szene, in der Gemma einen Sarg durch die Wüste zieht, was vermutlich als eine Hommage an „Django“ zu verstehen ist. Beim actionreichen Showdown zum Schluss zeigt Corbucci dann doch noch, was er als Regisseur so drauf hat. „Drei Halunken erster Klasse“ ist sicher kein Meisterwerk, wer aber mit dem Cast etwas anfangen kann, sollte einen Blick wagen.

Die DVD

EMS hat sich ins Zeug gelegt und den Film im hübschen 2,35:1-Format veröffentlicht. Das Bild ist etwas unscharf, bei Tagsequenzen sehr farbenfroh, bei Nachtszenen etwas kontrastarm. Zwar reicht das Bild nicht an Transfers von Koch Media heran, sieht aber auf Flachbildschirmen immer noch ganz gut aus.

Beim Ton bietet EMS den Film in Deutsch, Englisch und Italienisch an. Die deutsche Fassung hat die beste Qualität, jedoch wurde Milian hier so miserabel synchronisiert, dass der Film keinen Spaß macht. Im Vergleich zur deutschen Tonspur rauscht die englische etwas mehr, die italienische hört sich etwas blechern an. In diesen Fassungen ist zwar Tomas Milians Stimme deutlich besser, jedoch baut in der englischen Version die Ehefrau keine Italowesterntitel in ihre Rede ein: Der tolle Gag fällt weg. Damit komme ich zum Schluss, dass man mit der italienischen Fassung am besten bedient ist, jedoch nur wenn man die Sprache beherrscht, da EMS auf Untertitel völlig verzichtet. Ebenso wie die Untertitel fehlen nennenswerte Specials. Hier muss man sich mit dem deutschen Trailer und einer Bildergalerie zufrieden geben.

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Fazit

Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung kann ich leider nicht vergeben, da es deutlich bessere Filme von Corbucci gibt. Wer jedoch Lust auf drei gut gelaunte Westerndarsteller beim Blödeln hat, kann ruhig zugreifen.

--Alexander Fischer 20:03, 6 February 2010 (UTC)


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