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Der Tod zahlt keine Dollar DVD Rezension

From The Spaghetti Western Database

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Rezension der Koch Media Veröffentlichung von Der Tod zählt keine Dollar, erschienen am 18. Januar 2013.

Der Film

Der Revolverheld Harry Boyd kehrt nach Orwell Rock zurück, wo sein Vater vor Jahren Opfer der rücksichtslosen Bande von Doc Lester wurde. Unter falschem Namen bringt er mit Lawrence White sogar einen Strohmann mit, den alle für den Sohn des einst Ermordeten halten. Gemeinsam versuchen sie die Bande zu stellen, was natürlich nicht ohne größere Schwierigkeiten durchzuführen ist.


Kurzkritik:
"Der Tod zählt keine Dollar" ist der erste und einzige Western von Riccardo Freda, der doch eher für seine Beiträge im Peplum-, Horror-, oder Giallogenre bekannt ist. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass der Film nicht durchgehend wie ein Spaghetti-Western inszeniert ist, sondern zwischendurch Anleihen beim Giallo nimmt (ein unbekannter, in Schwarz gekleideter Mörder geht um). Insgesamt ist "La morte non conta i dollari" hervorragend fotografiert und bietet eine durchgehend spannende, wenn auch sehr konventionell aufgebaute Rachegeschichte (revenge for a slaughtered family member). Die beiden Hauptdarsteller Mark Damon (der mir besonders in "Mögen sie in Frieden ruhen" gefallen hat) und Stephen Forsyth machen eine gewohnt gute Figur, während Genre Veteranen wie Nello Pazzafini, Luciano Pigozzi und Dino Strano in Nebenrollen glänzen. Die deutsche Synchro ist weitestgehend gelungen (was ja nicht immer der Fall ist), wobei Mark Damon die Stimme von Klaus Löwitsch (!?) verpasst bekommen hat, was meiner Meinung nach im ersten Moment eine nicht so tolle Idee war. Man gewöhnt sich aber einigermaßen daran. Die Musik von Nora Orlandi ist ordentlich, allerdings nicht so einprägsam wie manch anderer Italo-Western Soundtrack.

Die DVD

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Wie bei Koch fast schon Tradition, gibts hier kaum was zu meckern. Das Bild ist sehr kontrastreich und scharf, lediglich etwas körnig und gelegentlich sind Stellen zu erkennen wo verstärkt restauriert werden musste, aber insgesamt sieht der Film sehr gut aus. Beim Ton stehen mit der deutchen, der englischen und der italienischen gleich drei Spuren zur Verfügung. So ähnlich wie bei der Tepepa Veröffentlichung sind diese allerdings von recht unterschiedlicher Qualität. Leider ist die englische Tonspur die schwächste der drei. Sie ist sehr dumpf und lässt Verständlichkeit der Dialoge vermissen. Zudem hat man die ganze Zeit ein Rauschen im Ohr, welches auf Dauer störend ist. Die deutsche Tonspur ist da wesentlich besser. Sie ist klarer und fokussiert den Dialog. Sie hat zudem den besten Mix von Soundeffekten und Sprache. Jedoch kann man hier auch ein leichtes Rauschen feststellen, was im Vergleich zur englischen Tonspur jedoch vernachlässigend gering ist. Die italienische Tonspur bietet die größtmögliche Verständlichkeit der Dialoge, was allerdings zu lasten der Soundeffekte geht. Jedoch kann man bei dieser Spur keinerlei Rauschen ausmachen. Deutche Untertitel sind im Menü anwählbar. Als Extras gibt es zwei Featurettes "Nora zählt keine Dollar" mit Filmkomponistin Nora Orlandi (welches ich persönlich nicht sehr interessant finde) und "Johnny Dollar" mit Filmhistoriker Fabio Melelli, das gewohnt informativ ist. Ausserdem sind der deutsche Trailer und eine Bildergalerie (die diesmal enttäuschend wenige Bilder zu bieten hat) enthalten.

Urteil

Dieser Spaghetti-Western aus dem Jahr 1967 wird von Koch Media erstmals im deutschsprachigen Raum herausgebracht und wieder einmal ist den Köchen eine super Veröffentlichung gelungen. Natürlich reicht der Film nicht im entferntesten an die Klassiker des Genres heran, wurde allerdings hervorragend fotografiert und überraschend gut inszeniert, was ihn zu einem durchaus unterhaltsamen Erlebnis macht. Der Film sollte für alle Westernliebhaber interessant sein ... Sammler und Komplettisten müssen zuschlagen.


--Bluntwolf, 2nd February 2013 (CEST)


Diese DVD wurde freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt.

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