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Ein Loch in der Stirn Review

From The Spaghetti Western Database

Ein Loch in der Stirn (Un Buco in Fronte)

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EIN LOCH IN DER STIRN (1968)
Darsteller:
  • Anthony Ghidra
  • Rosy Zichel
  • Claudio Undari
  • Corinne Fontaine
  • John Bryan

Musik:

  • Roberto Pregadio

Regie:

  • Giuseppe Vari
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English Review | German Review

Zum Datenbankeintrag des Films

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Ein einsamer Reiter (Dragomir "Gidra" Bojanic), der sich im weiteren Verlauf des Films als "Bill Blood" zu erkennen gibt erreicht nach einem langen Ritt durch die Wüste das Kloster "San Juan", wo er von den geistlichen Brüdern bereitwillig aufgenommen wird. Man gewährt dem Fremden mit dem stoischen Gesichtsausdruck ein üppiges Mahl, ausreichend Wein und eine Schlafkammer. Doch Bill Blood ist nicht zufällig Gast der frommen Patres: Er hofft an diesem abgelegenen Ort Murienda (Bruno Cattaneo), einen mexikanischen Banditen, anzutreffen. Dieser trifft schließlich am Abend schwer verwundet im Kloster ein, um letztlich vor den Augen des schweigsamen Bill Blood zu sterben. In der gleichen Nacht betreten einige dunkle Gestalten, Kumpanen des "Generals" Munguya (Claudio Unari) die Szene, um den inzwischen bestatteten Murienda wieder auszugraben. Denn dieser war im Besitz einer Spielkarte, die gemeinsam mit zwei weiteren Spielkarten den Weg zum Schatz von Sartana, einem Überbleibsel aus der Schlacht von Alamo, zeigen soll. Die fünf Schergen finden diese tatsächlich bei dem Toten; doch sie haben die Rechnung ohne den zielsicheren Fremden gemacht, der sie mit je einem Loch in der Stirn ins Jenseits befördert. Mit einer der Spielkarten im Gepäck macht sich dieser nun auf, die Besitzer der beiden anderen Hinweiskarten zu finden: Murienda und Garrincha (Luigi Maturano), zwei ehemalige Weggefährten, die in der Zwischenzeit nur noch eines verbindet: Habgier und Hass.


"Kann ich etwas für dich tun Bruder?" (Pater) "Nichts Pater, gar nichts..." (Bill Blood)

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Der hinterschlagene Garrincha täuscht in der Folge seinen Tod vor und überlässt General Munguya über einen Mittelsmann seine Spielkarte - in der Hoffnung durch diesen zum Schatz geführt zu werden. Blood gelangt zwischenzeitlich in das Lager von Munguya, der dem Gringo einerseits nicht traut, andererseits sich im Stillen ausrechnet, von dessen gezielten Kopfschüssen profitieren zu können. Doch Blood gelingt es die zweite Karte an sich zu nehmen und aus dem Lager der Mexikaner zu fliehen. Er macht sich auf den Weg nach Sonora, einem genretypischen Grenzstädtchen, wo er die letzte der drei Spielkarten vermutet. Doch auch Munguya vermutet den Gringo samt der Spielkarten in jenem Städtchen und wird dessen und der dritten Spielkarte schließich habhaft. Unter Folter will man Blood dazu bringen die beiden Karten herauszugeben. Doch dieser schweigt, so dass man ihn gefesselt und von Schlägen maltretiert mit einer Wache zurücklässt. Mit Hilfe einiger Senoritas, denen Blood zuvor aus der Patsche geholfen hatte, gelingt ihm die Flucht. Allerdings lassen die Damen seinen Hut und damit auch die beiden Spielkarten, die sich im Innern des Selbigen befinden, zurück. So kommt Munguya letztlich doch noch zu den notwendigen Hinweisen, um sich mit seinen Schergen den Schatz unter den Nagel zu reissen: Im Kloster "San Juan". Doch hat auch er die Rechnung ohne Bill Blood und seinen Sechsschüsser gemacht...



Regisseur Giuseppe Vari ("Rocco - Ich leg dich um", "Poker mit Pistolen", "Der Mörder des Klans") gelang trotz seiner acht Genrebeiträge nie wirklich der Aufstieg aus der Liste der B-Movie Regisseure des Genres. Doch mit Ausnahme des etwas abfallenden "Tödlicher Ritt nach Sacramento" sind alle seine Regiearbeiten als höherer Spaghetti-Durchschnitt anzusehen. Mit dem vorliegenden Film gelang ihm, auch unter Mithilfe des Drehbuchautoren Adriano Bolzoni ("Minnesota Clay", "Ringo mit den goldenen Pistolen", "Jonny Madoc"), ein düsterer und durchweg gelungener Film, dem es an beinahe nichts mangelt: Außer eventuell an einem würdigen Finale der Kontrahenten. Denn so schön der Spannungsbogen auch inszeniert wird, das Ende des Films wirkt äußerst bieder, geradezu als hätte man unter extremem Zeitdruck noch schnell den Showdown in den Kasten bringen müssen. Die Geschichte und Inszenierung, untermalt von einer gelungenen und vor allem passenden Score von Roberto Pregadio ("Rocco - Ich leg dich um", "Seine Kugeln pfeifen das Todeslied"), weiss jedoch zu unterhalten und auch die Riege der Schauspieler überzeugt, wenn auch ohne zu glänzen. Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Giuseppe Vari und seine Crew einiges an Potential letztlich haben liegen lassen, "Ein Loch in der Stirn" jedoch als ein gelungener und düsterer Beitrag des Genres bezeichnet werden kann, dem es grundsätzlich gelingt ohne Humor und mit reichlich Löchern zwischen den Augen das Publikum zu unterhalten.


by Axl foley 01

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