Halleluja Italowestern DVD Box review

From The Spaghetti Western Database

Mehr Koch Media DVD Reviews:
Totengraeber.jpg
Django - Die Totengräber warten schon
Garkobox.jpg
Django - Italowestern Box
Sollimabox.jpg
Sergio Sollima Italowestern Box
Wechselgeld.jpg
Sein Wechselgeld ist Blei
Halleluja Italowesternbox Koch Big.jpg
Halleluja Italowesternbox Koch BigBack.jpg

Die DVD wurde in Deutschland von Koch Media veröffentlicht. (Region 2)

Read this review in English (soon)

BuyNow_Small_German.jpg

Man nennt mich Halleluja

Halleluja (George Hilton) ist hinter einem Kästchen mit Juwelen her, welches den Revoluzzern zu einer Ladung Maschinengewehre verhelfen soll für die Mexikanische Revolution. Aber er ist nicht der einzige der hinter dem Schatz her ist, und der Besitzer der Juwelen (Maximilian, der à–sterreichische Kaiser der Mexiko damals regierte) weiß von geplanten àœberfällen. Also zieht Halleluja los, und was er erbeutet sind leider gefälschte Juwelen. Auf der Suche nach den echten trifft er auf den österreichischen Waffenhändler Krantz, eine schöne Nonne, und einen russischen Adeligen Abenteurer, alle sind hinter den Juwelen her. Ein Katz und Maus spielt, das folgt, kommt zum Höhepunkt als der Russe (Charles Southwood) und Halleluja sich zusammen tun um Krantzs Schergen zu besiegen und sich die - was sie glauben - echten Juwelen zu schnappen. Es stellt sich heraus dass die Juwelen tatsächlich an einem Ort sind wo niemand sie vermutet hätte und am Ende stellt sich heraus, dass die Nonne eine Amerikanische Geheimagentin war....

Carnimeo schuf hier einen sehr erfolgreichen Film, und einen unterhaltsamen noch dazu. Das Problem mit dieser Sorte Italowestern ist, dass sich die Geister daran scheiden. Für den einen sind es Lieblingsfilme von der Sorte Spencer/Hill Komödie, für den anderen (und dazu zähle ich mich) sind es sinnlose Klamauk Western. Abgesehen von der persönlichen Neigung des Italowestern Fans - sei es eine Präferenz für harte und coole Italowestern oder eine Präferenz für Westernkomödien - handelt es sich hier dennoch um einen gut gemachten Film, der zu unterhalten weiß. Und wenn man den Klamauk etwas reduzieren will, guckt man den Film ganz einfach auf italienisch, denn nur die deutsche Synchronisation wirkt übermässig Klamauk-artig. Um von diesem Aspekt etwas wegzukommen, bleibt mir noch zu sagen, dass es ein Film mit Herz ist, der von einer Hand voll toller Schauspieler getragen wird und von einem erfahrenen Regisseur umgesetzt ist. In dem Film passiert einiges, und die laue Story stört dabei weniger. Fazit: Ein lustiges Filmchen dass man durchaus sehen sollte, einmal abgesehen davon dass es sich einfach um die Gattung "Klamauk Western" handelt, welche im Gegensatz zu Filmen der Sorte Django stehen.

Ein Halleluja für Camposanto

Eine Ranchergemeinschaft um den Patriarchen McIntire wird von Schutzgeld-Eintreibern erpresst. Die aus Boston angereisten beiden Söhne von McIntire wollen mit ihren Idealvorstellungen dem ganzen ein Ende betreiben und stochern damit ins Wespennest. Nur der zufällig anwesende Fremde (Gianni Garko), der später von den Banditen Camposanto genannt wird, rettet die beiden Hitzköpfe regelmäßig vor dem Tod. Während die beiden Jungs zusammen mit den Dienern ihres Vaters Pedro und Sancho durch die Gegend ziehen um hinter das Schutzgeld Komplott zu kommen, kommt ein weiterer Fremder (William Berger), genannt der Duke, in der Stadt an, jedoch im Auftrag der Schutzgeldler, denen der Fremde ein Dorn im Auge ist. Doch beide sind Revolverhelden der Extraklasse und lassen sich nicht einfach abknallen. Nachdem die McIntire Jungen der Sache auf die Schliche gekommen sind, stellt sich nur noch die Frage, ob der Duke - so ganz ohne Auftraggeber - noch am Tode des Fremden (der ohne bekanntes Motiv an der Sache interesse zeigt) interessiert ist, und ob dieser wirklich eine Art "Schutzengel" für die Jungs war....

Einmal von der Story abgesehen, welche sich etwas fadenscheinig anhört, haben wir es hier mit einem "Duell der Giganten" zu tun, im Sinne von Revolverhelden. Berger versus Garko sozusagen. Und genau dieser Konflikt zwischen den Italowestern-Legenden dominiert auch den Film, in dem die Story um die McIntires und die Schutzgelder absolut zur Nebensache verkommt, und zwar soweit dass man den wahren Bösewicht nicht mal wirklich auf der Leinwand zu sehen bekommt. Carnimeo gedoch schafft es, diesen ursprünglich wohl durchaus etwas komisch konzipierten Film sehr anspruchsvoll zu gestalten. Er ist voller guter Momente und typischen Italowestern Stilelementen. Die tolle Musik von Bruno Nicolai trägt sein weiters dazu bei, und wer von deutsch nach Italienisch springt per Fernbedienung der wird sich auch nicht ganz so von Klamauk belästigt fühlen, der in der Italienischen Tonspur kaum mehr vorhanden ist, einmal abgesehen von einigen schrulligen Momenten dieses weniger blutigen, aber durchaus nicht durchgehend heiteren Italowesterns.

Sando Kid spricht das letzte Halleluja

Sando Kid, ehemaliger Sanitäter der Südstaaten Armee, wird nach dem Krieg Ranger und verdient seinen neuen Lebensunterhalt mit dem einfangen bzg erledigen von gesuchten Verbrechern. Anstatt eines Urlaubs wird er in ein Neset geschickt, in dem ein Landräuber für die Eisenbahn den Ranchern ihr Land abknöpft - mit widerlichen Methoden. Es stellt sich heraus, dass dieser Schurke kein anderer ist als ein ehemaliger Nordstaaten Captain, den Sando Kid damals als skrupellosen Mörder kennengelernt hat. Doch Sando Kid ist inkognito in dieser Stadt und tut sich mit den Ranchern zusammen um dem Schurken einen Strich durch die Rechnung zu machen. Doch dieser lässt sich nicht so einfach um seine Länderei bringen, und so kommt es zum bewaffneten Konflikt, bei dem nicht wenig ihr Leben lassen werden....

Im Gegensatz zu den anderen beiden Filmen der Box, ist Sando Kid alles andere als eine Komödie, und da das "Halleluja" natürlich auch nur im deutschen Titel zu finden ist, muss ich hier diese Box-Zusammenstellung wieder einmal etwas kritisieren, der Film hätte wohl eher mit "Sein Wechselgeld ist Blei" in eine Lee Lawrence Box gehört. Abgesehen davon ist der Film eine wahre Freude: kein Klamauk, gute Produktion, ordentliche Musik und eine eigentlich recht harte Geschichte, die gottseidank diesmal nicht durch eine Klamauk-Synchro abgemildert wird. Klimovsky hat hier einen sehr ansprechenden Western geschaffen, der sehr unterhaltsam ist.

Die DVDs

Zum Vergrößern bitte klicken.

Man nennt mich Halleluja

HallelujaBox Screenshots ManNenntMichHalleluja01.jpg HallelujaBox Screenshots ManNenntMichHalleluja02.jpg HallelujaBox Screenshots ManNenntMichHalleluja03.jpg

Ein Halleluja für Camposanto

HallelujaBox Screenshots EinHallelujaFuerCamposanto01.jpg HallelujaBox Screenshots EinHallelujaFuerCamposanto02.jpg HallelujaBox Screenshots EinHallelujaFuerCamposanto03.jpg

Sando Kid spricht das letzte Halleluja

HallelujaBox Screenshots SandoKid01.jpg HallelujaBox Screenshots SandoKid02.jpg HallelujaBox Screenshots SandoKid03.jpg

Wie von Koch mittlerweile nicht anders erwartet, sind auch die DVDs dieser Box auf höchstem Qualitätsniveau. Die Box an sich präsentiert sich in seiner Koch-Style Verpackung, einem sehr schön gestaltetem Digipak inklusive Booklet (Booklet stand für Review nicht zur Verfügung). Die 3 DVDs beinhalten den Film und eine CD liegt bei der die Soundtracks enthält (CD stand für Review nicht zur Verfügung). Die Menüs sind recht ansprechend gestaltet.

Tonqualität: Mit minimalen Differenzen kann man die Tonqualität aller drei DVDs (und das gilt für sowohl die deutsche als auch die italienische Tonspur respektive) für gut (bis sehr gut) bezeichnen. Allesamt in Mono gehalten, sind die Spuren sehr gut restauriert und klingen durchweg gut. Altersbedingt und Budgetbedingt muss man jedoch bei Dynamik und Effektqualität Abstriche machen, was jedoch eher an der Produktion als an Koch's remixing liegt. Ebenfalls variiert die Qualität bei den drei Filmen etwas. Während der Halleluja/Hilton Film qualitativ sehr gut ist, haben wir es bei dem Camposanto Film mit deutlichen Schwankungen zu tun, also mit Stellenweise sehr dumpfem Ton. Insgesamt eine sehr ordentliche Aufbereitung des Materials.

Tonspuren: Allen drei DVDs ist gemein, dass sie sowohl eine Italienische Tonspur beinhalten, als auch eine deutsche Synchronfassung. Ausnahmsweise habe ich mich and die Italienischen Spuren gehalten beim Testen, und das will ich auch begründen: Obwohl alle drei Filme von Grund auf als Westernkomödien konzipiert sind, wurde der Klamauk-Aspekt bei den deutschen Synchron-"Experten" äusserst àœbertrieben. Nach schon 10 Minuten wechselte ich die Tonspur, da die deutsche Fassung teilweise enorm vom Originalton abschweift, vor allem in Szenen bei denen die Gesichter der Schauspieler nicht gut sichtbar waren, und man ihnen somit sehr einfach doofe Sprüche aufsetzen konnte. Zum Glà¼ck halten sich die deutschen Untertitel an den Originalton, welcher realistischer und weniger Klamaukbehaftet ist.

Untertitel: Optionale deutsche und englische Untertitel sind verfügbar (Englisch nur über die Fernbedienung). Bei wieder-installierten Szenen wird der Italienische Ton mit deutschen Untertiteln unterlegt.

Bild: Beim Bild verhält es sich prinzipiell wie beim Ton. Bis auf minimales Bildrauschen und den einen oder anderen Kratzer sieht der Transfer toll aus, sehr farbenfroh und ausreichend Kontrastreich. Durchgehend bei allen drei Filmen sieht das Bild minimal matt aus und lässt etwas Schärfe vermissen, was den Gesamteindruck jedoch nicht trübt. Bei Camposanto muss man leider im Vergleich etwas Abstriche machen, der Print sieh hier teilweise etwas verwaschen und deutlich weniger klar aus. Alle 3 Filme werden im Originalformat präsentiert, für 16:9 optimiert, was vor allem Besitzern von Widescreen TVs freuen wird. Insgesamt muss man Koch wieder einmal loben, denn sie haben aus diesem Material alles rausgeholt und die Filme in guter Qualität für die Nachwelt aufbereitet.

HallelujaBox 3D.png

Extras: Beim ersten Halleluja Film gibt es neben der deutschen Super8 Version (ca 30min) noch einen nicht-restaurierten deutschen sowie einen restaurierten Italienischen Trailer und eine Fotogallerie. Bei Camposanto tritt an stelle der Super8 Version eine 25-minütige Doku (mit Englischen oder Deutschen Untertiteln) über Carnimeo namens "Ein Halleluja für Anthony Ascott", welche aus Interviews mit Carnimeo etc über die Filme und die Charaktere besteht (ganz informativ eigentlich), ausserdem gibt es noch den Italienischen Trailer (nicht restauriert) und eine Fotogallerie. Bei Sando Kid findet man nur den Italienischen Trailer und eine Gallerie.

Fazit

Koch Media hat hier wieder klasse Arbeit abgeliefert. Alle drei Filme präsentieren sich in toller Qualität auf DVD. Verglichen mit den Anderen, hat der Camposanto Film eine vergleichsweise etwas schlechtere Qualität, kann jedoch immer noch als gut bezeichnet werden. Ich gratuliere Koch Media wieder einmal für eine gelungene Veröffentlichung, die wenigstens mit einer Hand voll Extras daherkommt (die Soundtrack CD steht uns zum Test genausowenig zur Verfügung wie die Liner Notes) und drei wirklich unterhaltsame Filme beeinhaltet. Zu den Filmen selbst ist zu sagen, dass man sie in ernst (Sando Kid...), weniger ernst (..Camposanto) und Klamauk (Halleluja) unterteilen kann, und man kann wohl qualitativ diese genauso unterteilen. Fans von Klamaukfilmen kommen mit dieser Box genauso auf ihre Kosten, wie Fans des seriösen Westerns, so wie ich einer bin. Eine tolle Box, aber eben nur eine vom individuellen Geschmack abhängige Kaufempfehlung.


--Sebastian 21:53, 7 December 2005 (CET)

  • Newsletter
  • Giallo
  • Spaghetti Western books
  • Arrow Video