Il Nero - Hass war sein Gebet Review

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  • Deutscher Titel: Il Nero – Haß war sein Gebet (1969)
  • Regie: Claudio Gora
  • Drehbuch: Pietro Anchisi, Vincenzo Cerami, Claudio Gora
  • Musik: Pippo Franco
  • Darsteller: Tony Kendall, Claudio Giordana, Herbert Fleischmann, Gunther Philipp, Venantino Venantini, Herbert Fux, Claudio Gora, Marina Berti
  • Quelle: VHS Video (Toppic Video)


Der junge Vincent Kearny (Giusva Fioravanti) muss mit ansehen, wie sein älterer und vermeintlich geisteskranker Bruder von der Lynchjustiz von Big Springs aufgrund eines ihm angelasteten Verbrechens an seinem Hals aufgeknüpft wird. Die leitenden Figuren stammen dabei aus einem Triumvirat der angesehensten Bürger des Städtchens, worunter sich auch der Richter (Gunther Philipp) befindet, so dass jedes Verbrechen der drei Männer auch eine rechtliche Grundlage für die Augen der Bevölkerung hat. Auch die örtliche Presse steht unter ihrem Einfluss, so dass sie ungehindert und unhinterfragt ihre Mächte walten lassen können. Jahre später kehrt der inzwischen erwachsene Vincent (Carlo Giordana) zurück um Rache zu üben. Dazu gesellt sich ein unbekannter, gänzlich in schwarz gekleideter Fremder (Tony Kendall), der sich auf die Seite des jungen Rächers stellt. Nachdem einige Mordaufträge scheitern und Carter (Herbert Fleischmann) sich des Todes seiner beiden Mitspieler, dem Richter und dem inzwischen auf dem ehemaligen Familiensitz der Familie Kearny ansässigen Field (Claudio Gora), bewusst wird, engagiert er den Berufskiller Sweetly (Venantino Venantini)und dessen Schergen, um die beiden Störenfriede unter die Erde zu schicken. So kommt es in den Strassen von Big Springs zu einer bleihaltigen Auseinandersetzung der beiden Rächer und der Bande der Berufskiller, in deren Verlauf sich eine alte Rechnung Sweetlys, der wohl nicht immer Berufskiller war, und des Fremden, der wohl einst die Familie von Sweetly ermordet hat, herauskristallisiert und diese sich in einem finalen Showdown gegenüberstehen; aber auch die Rechnung zwischen Vincent und Carter muss noch beglichen werden...


Zunächst einmal muss ich gestehen, dass es mir schwer fällt eine Kritik zu schreiben. Denn wie soll man sich zu einem in Deutschland auf VHS stark gekürzten Beitrag, der übrigens seit dem 31.01.1987 auf dem Index steht, wirklich äußern können? Betrug die Original-Lauflänge wohl ca. 110 Min., so hat wohl die extreme Kürzung auf ca. 86 Min, dies die Lauflänge der mir vorliegenden VHS, einen großen Teil der inhaltlichen Mängel mitzutragen. Deutliche inhaltliche Cuts sorgen zum Teil für Verwirrung, so wird beispielsweise die Rolle von Tony Kendall als z.T. psychothisch wirkender Fremder nie wirklich klar. Die im finalen Showdown geäußerten Bemerkungen von Sweetly lassen Platz für Vermutungen, doch bleibt sein Wirken rätselhaft. Dazu gesellen sich einige bizarre Szenen, die entweder äußerst stark symbolisch seitens des Regisseurs Claudio Gora beabsichtigt sind, oder aber aufgrund fehlender Inhaltlichkeit einfach nur unverständlich bleiben. So erschießt in der Mitte des Films der Fremde beinahe willkürlich seinen Hund, der ihm stets ein treuer Begleiter war. Gegen Ende des Films bettelt Carter um sein Leben und leckt dabei dem Fremden in Hundemanier die Stiefel. Symbolismus oder Wahnsinn? Bedenkt man jedoch die starke Kürzung des Films und aufgrund dessen sowohl die wenigen inhaltlichen Rätsel als auch den merkwürdig anmutenden Filmschnitt außen vor, so bleibt eine bizarre, aber dennoch gelungene kleine Perle des Genres zurück. Carlo Giordana („Der Gefürchtete“), der leibliche Sohn des Regisseurs Claudio Gora und der ebenfalls mitwirkenden Marina Berti, überzeugt als schweigsamer und messerwerfender Rächer ohne jegliche Gefühlsregung. Die Mimik bleibt stoisch gleich; erst am Ende, als mit Carters Tod seine Rache eine Ende hat, huscht ein kleines Lächeln auf seine Lippen. Auch Tony Kendall („Kommissar X“) füllt seine Rolle als wortkarger, wie auch Giordana im gesamten Film ohne eine einzige Silbe auskommend, und gefühlloser Killer gekonnt aus. Weiter überzeugen viele gelungene Einstellungen, die durch die Bank überzeugenden restlichen Darsteller, darunter auch Gunther Philipp in seiner wohl einzigen „ernsten“ Rolle, die düstere und bizarre Atmosphäre und die ausreichende und gut inszenierte Action. Einzig die Musik von Pippo Franco wirkt in vielen Szenen nicht ernst und schroff genug, hat allerdings auch ihre gelungenen Einsätze.


by Axl foley 01


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