Lex Barker Collection DVD Rezension

From The Spaghetti Western Database

Die Hölle von Manitoba & Wer kennt Jonny R.? sind enthalten in der Lex Barker Collection DVD Box von 2006. Lex Barker, der als Quereinsteiger erst erfolgreicher Tarzandarsteller wurde, bevor er nach einigen Abstechern in Europa mit Western noch einmal richtig durch startete, ist vielen nur als Old Shatterhand bekannt. Das waren bei weitem nicht die einzigen guten Rollen die er hatte.

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Die Hölle von Manitoba

In die Hölle von Manitoba von 1965 geht es um das jährlich in Glory City stattfindende Schießduell. Plakate überall in der Region preisen den Kampf zwischen Deakes und Brenner an. Den Organisatoren teilt der junge Reese (Pierre Brice) mit, dass Brenner aber umgekommen sei, und er selbst würde einspringen. Reese freundet sich mit Clint (Lex Barker) an, und die beiden machen in der Stadt erstmal gemeinsame Sache, kämpfen gegen gemeine Zeitgenossen, und buhlen ein wenig um die schöne Jade (Marianne Koch). Clint ist eigentlich in der Stadt um Jades Vater und seinen Ranchern den Rücken zu stärken, aber er nimmt den Job nicht an und bleibt lieber unabhängig. Als der Kampf näher rückt ist die ganze Stadt auf den Beinen, doch was dann passiert überrascht nicht nur die Zuschauer....

Kommentar

Ich war sehr positiv von dem Film überrascht. Die Darsteller sind alle bestens gelaunt, der Produktionswert stimmt, die Musik ist OK und die Story ist durchaus sehr spannend, auch wenn man früh ahnt was eigentlich los ist. Dennoch freut man sich wie die Charaktere in Richtung Finale stolpern. Ein hervorragend inszenierter Teutonenwestern mit einigen kleinen Dramen und schönen Momenten. Warum der Film in Deutsch so heißt wie er heißt, versteht niemand. Wer oder was ist Manitoba?

Wer kennt Jonny R.?

In Wer kennt Jonny R.? von 1966 geht es um den Brandmord an der Familie von Captain Conroy (Sieghardt Rupp), hinter dem allen Anschein nach der Ganove Jonny R. steckt. Zwar hat man seine Sachen in der Asche gefunden und ihn offiziell für Tod erklärt, aber Conroy ist sich sicher, dass es ein Trick war. Er heuert den Detektiv Sam Dobie (Lex Barker) an, um der Sache nachzugehen, und nach einem von Links ziehenden Revolverkünstler mit Brandnarbe zu suchen. Dobie heuert als Waffenhändler an und versucht den neuesten Colt unter die Leute zu bringen. Schnell hat er Clyde Smith (Joachim Fuchsberger) dafür begeistert. Doch der zieht von Links und hat eine Brandwunde, und ist auch sonst ein wenig mysteriös, und so halten ihn schnell die meisten Leute für Jonny R., auch der für Conroy spionierende Barde Billy (Ralf Wolter). Licht ins dunkle soll die Sängerin Bea (Marianne Koch) bringen, die bekannterweise Jonnys Geliebte war. Doch sie spielt zunächst in dem mörderischen Versteckspiel mit, denn in Wahrheit ist nicht jeder der, der er zu sein vorgibt....

Kommentar

Relativ früh nervt einen ein wenig die etwas stupide Regie und einige Logikfehler im Ablauf. Dazu kommt dass einiges an Kulissen einfach nicht zu Ort und Zeit passen mag. Dennoch ist es ein vielversprechender Film mit einer recht ausgefallenen Krimigeschichte. Es ist ein Spannungsverhältnis zwischen Komik (da muss Ralf Wolter herhalten) und knallharten Verbrechens (das Lex Barker einfach nicht so recht verkörpern vermag), ein Verhältnis das in einem blutigen Finale endet das Fernando Baldi nicht besser inszenieren hätte können - außer vielleicht weniger Familientauglich. Insgesamt ein unterhaltsamer Film, aber nicht so gut wie der andere.

Die Lex Barker Collection (DVD Box und Fazit)

Es hat großen Spaß gemacht, diese beiden mir vorher nicht bekannten Eurowestern oder Teutonenwestern mit Lex Barker zu gucken. Beide haben Charme, ein gewisses Etwas, auch Witz, ernste Thematik und sind halbwegs gut umgesetzt. Beide haben aber auch ihre Schwächen. Manitoba ist etwas zu zahm, Johnny R. hat einfach zu unrealistische Produktionswerte. Insgesamt kann man aber mit diesem Double Feature einen erstklassigen Westernabend gestalten, der Lust auf mehr Lex Barker macht. Man sieht ja auch viele alte Bekannte in diesen Filmen, und ob Fuchsberger, Brice, Wolter oder Sambrell, man fühlt sich in der Madrider Wüste einfach gleich zuhause als Italowestern Fan.

Die Box ist eine gute Idee, bin mir aber nicht sicher ob man bei nur zwei Filmen eine Box machen muss, immerhin sind die Filme lediglich in einem Pappschuber. Etwas schade ist, dass es kaum Extras gibt, die Filme nicht im Original-Bildformat sind und nur Letterboxed (eigentlich ein Verbrechen) und es keine alternativen Tonspuren gibt, noch nicht mal eine Englische. Da erhoffe ich mir bei entsprechenden Neuauflagen eine Besserung. Die Qualität geht aber halbwegs in Ordnung, da kann man für den Preis nicht groß meckern. Eine schöne Sache.

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--Sebastian Haselbeck (talk) 08:54, 15 October 2015 (UTC)

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