Navajo Joe (Kopfgeld Ein Dollar) DVD Kritik

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Rezension der DVD von Koch Media. (Region 2) | Filmseite | US-DVD-Review

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Der Film

Bandit Duncan (Sanbrell) ist ein beruechtigter Scalpjaeger, ganze Indianer-Dörfer hat er schon dem Erdboden nieder gemacht. Doch die Zeiten ändern sich, und die Stadtbewohner weigern sich, weiterhin einen Dollar pro Scalp zu bezahlen. Sie wissen ganz genau, dass nicht mehr sogenannte aufrührerische Indianer auf dem Kriegspfad, sondern auch Frauen und Kinder dran glauben müssen, und nun steht Duncan auf dem Gesucht-Plakat. Das gefaellt ihm gar nicht. Hinzu kommt, dass er und seine Band seit Tagen von einem mysteriösen Indianer verfolgt werden, der langsam aber sicher seine Männer abmurkst. Als der Arzt des Ortes Esperanza, der die Tochter des Bankiers geheiratet hat, Duncan seinen Plan steckt, den Geldzug zu überfallen, wittert Duncan seine Chance. Doch der Plan wird verraten, und Navajo Joe (Reynolds) macht sich auf, das Geld zurück zu bringen. Duncan ist sauer und jagt den Indianer nun. Was Duncan nicht weiß: Joe hat ganz andere Motive...

Kritik: Nicht erst seit Quentin Tarantino's Kill Bill stellen sich die Nackenhaare von Cineasten auf wenn sie Ennio Morricone's ergreifendes Motiv aus Navajo Joe hören. Schon damals muss diese Erkennungsmelodie der Hit gewesen sein. Nicht nur war Burt Reynolds noch weitgehend unbekannt damals, auch der Film reißt ansonsten niemandem vom Hocker. Somit bleibt es also der Soundtrack von il maestro, der Navajo Joe zu dem machte was er heute ist: ein sehenswerter Italowestern mit Kultfaktor. Leider nämlich finde ich hat der Film ansonsten nur wenig zu bieten. Zwar liefter Corbucci dennoch einen gut aussehenden Italowestern ab, von tollen Aufnahmen bis zu einigen sehr ergreifenden (und auch brutalen) Szenen, aber die Story schleppt sich etwas belanglos vor sich her, Navajo Joe bleibt eine relativ eindimensionale Person, und der Film hinkt am Ende seinem Potential hinterher. Wenn da nicht Morricone wäre. Dem Soundtrack ist es zu verdanken, dass der Film zumindest ansatzweise epischen Charakter erhält. So treibt das wiederkehrende musikalische Thema den Film voran und ist für den Zuschauer ein befriedigendes Merkmal. Doch auch hier ist die Welt nicht perfekt. So finde ich beutet Corbucci das Motiv aus bis es schon fast seine Wirkung verloren hat, noch dazu taucht es auch dann auf wenn es kaum Grund dafür gibt. Der andere Serio hätte Morricone wohl damit beauftragt, verschiedene Motive zu komponieren, und er hätte der Figur Nicolettas wohl auch eine wichtigere Rolle zukommen lassen, und zwischen dem Massaker am Indianerdorf und dem ausleben von Joes Rache am Ende einen koherenteren Bogen gespannt. Doch bei all der Kritik muss man dem Film einen passablen Unterhaltungswert attestieren. Der Film sieht gut aus, vor allem in der vorliegenden Fassung, er bietet unterhaltsame Action und ist relativ kurzweilig. Ein ganz netter Abenteuerfilm, der noch dazu ein Thema aufgreift das man im Italowestern - im Gegensatz zum sogenannten Sauerkraut-Western - nur selten vorfindet: Indianer!

Die DVD

Wie lange hat die Fan Welt gewartet, damit dieser Film endlich hierzulande im Regal stehen kann. Endlich ist es soweit. Nachdem in den USA, England und Frankreich der Film raus ist, schließt Koch Media, der Liebling der Fans, nun diese Lücke und präsentiert diesen Film im Rahmen der United Artists Lizenzen, erstmals ungekürzt und restauriert, in Deutschland. Im Gegensatz zu der US Scheibe auch noch mit guten Extras.

Die erste freundliche Überraschung beim Bild. Farbenfroh, frei von Beeinträchtigungen und kontrastreich. Der Film sah nie so gut aus. Zwar gibt es Momente wo das Bild leicht blass aussieht und etwas mehr Detailreichtum werden sich vor allem Besitzer groesserer Bildschirme wünschen, aber der Film sieht auch noch auf 1080p hoch-gerechnet fantastisch aus für sein Alter. Vor allem die satten Gruentoene kommen super zur Geltung. Bravo. Was den Ton betrifft, so bietet Koch natürlich eine deutsche Tonspur an, die sich auch erstaunlich gut anhört. Mal davon abgesehen dass mit der Musik etwas verschwenderisch umgegangen wird, passt hier auch fast alles. Etwas mehr Dynamik wäre noch nett gewesen, aber mit dem richtigen Equipment lässt sich auch hier ein guter Kinoabend gestalten. Insgesamt gestaltet sich die DVD somit qualitativ aeusserst hochwertig, Koch Media zeigt dass es auch bei eingekauftem Material noch einen draufsetzen kann und bei der Zufriedenheit der Fans keine Kompromisse eingeht. An Sprachen liegen sowohl die deutsche Synchronfassung, welche komplett ist, als auch die Englische und Italienisch Tonspur vor. Es gibt optionale Deutsche Untertitel. Nun zu den Extras, von denen es ja mal von der französischen DVD abgesehen bei der Konkurrenz keine gab. "An Indian named Joe" ist ein featurette mit Nora Corbucci, der Witwe von Sergio, sowie mit Ruggero Deodato, wie gehabt Interviews über die tolle Zeit damals, die Zusammenarbeit und ein paar Hintergründe zum Film. Gefallen hat mir die Erwähnung auch von Drehorten, und das man auch Nicoletta für ein Interview gewinnen konnte. Das man bis heute Burt Reynolds nicht dafür gewinnen kann, über diese Projekte zu reden ist seltsam, und schade. Navajo Joe ist sicher kein Highlight seiner Schauspielerkarriere aber doch ein wichtiger Meilenstein, vor allem aus Sicht des internationalen Publikums. Vielleicht lag es an dem Haarschnitt. "On Behalf of American Indians" ist hingegen ist ein featurette mit dem Kritiker Bruschini, der dieses mal etwas mehr auf die Thematik des Films eingeht als über die Hintergründe. Nicht viele Italowestern widmen sich dem Thema der Indianer, und das hatte auch seine Gruende. Dies und einiges mehr erläutert der Fachmann hier auf ganz interessante Weise. Als Dreingabe gibt es noch die von Koch üblichen Bildergallerien, einen Drehortvergleich sowie den deutschen und englischen Trailer. Insgesamt ein ganz ordentliches Paket. Aber am Ende setzt Koch noch einen drauf: ein 32-seitiges Booklet mit ausführlichen Artikeln und Interviews. Die DVD ist übrigens im Schuber und die FSK "Flatsche" auf der Folie. Also durchatmen.

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Urteil

Trotz all der Schwaechen die sich Corbucci mit seinem Navajo Joe erlaubt, bleibt es ein Kultfilm der einfach im Regel stehen muss. Burt Reynolds Stunteinlagen, schöne Madrider Landschaftsaufnahmen und ein Gaensehaut Soundtrack von Ennio Morricone, machen den Film zu dem was er heute ist. Es handelt sich um einen Kurzweiligen Meilenstein in den Karrieren von drei Interessanten Persönlichkeiten (Burt, Sergio, Ennio), den man als Genrefan, Cineast, Western-Liebhaber oder Interessierter einfach nicht auslassen kann, und darf. Somit ist Koch Medias Veröffentlichung ein echtes Highlight und dank der hervorragenden Bild- und Tonqualität sowie der interessanten Extras, eine absolute Kaufempfehlung.

--Sebastian 22:17, 22 May 2009 (UTC)

Diese DVD wurde von Koch Media freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

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