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Pistoleros BluRay Kritik

From The Spaghetti Western Database

Pistoleros BluRay

Besprechung der neuen Veröffentlichung von Pistoleros von Koch Media, Teil 2 der neuen Westernhelden Collection.

Der Film handelt von Revolverheld Steve Blaine (Stephen Forsyth) und seinem älteren Kompanion Duke (Conrado San Martín), die sich nach einer missglückten Schießerei nach Aufteilen der Beute trennen. Steve will sich mit der Kohle zur Ruhe setzen, idealerweise mit Dukes hübscher Tochter Susan (Anna Maria Polani), Duke schwört ihn dafür zu erschießen sobald er wieder fit ist und ihn ausfindig machen kann. In Providence gelandet, möchte Steve mit Susan eine Farm erwerben, doch hier regieren Jackson und Burns, zwei hinterlistige Landbesitzer (gespielt von Franco Ressel und Franco Lantieri), denen ein Revolverkünstler mit fruchbarem Land ein Dorn im Auge ist. Steve sieht sich also gezwungen den schon an den Nagel gehängten Colt wieder umzuschnallen, vor allem da Duke sich plötzlich in der Stadt blicken lässt, dem die Heirat seiner Tochter nicht so recht ins Weltbild passt....

Regisseur Giovanni Grimaldi, der 2001 verstarb, und nicht mit dem Produzent Alberto Grimaldi verwandt ist (zumindest ist mir das nicht bekannt), zeigt sich für sechs Italowestern mit verantwortlich. Dieser hier ist ein interessanter Fall. Schon der Vorspann ist etwas außergewöhnlich, so besteht er aus Pastellmalereien statt den üblichen Rotoskopien, und einem Song der eher einer Erzählung gleicht. Allerdings nur in der amerikanischen Version, die deutsche kommt ganz ohne Gesang aus. In der italienischen ist der Gesang natürlich Italienisch. Diese Titelmelodie wird übrigens gesungen oder man sollte eher sagen gesprochen von dem Schauspieler Glauco Onoraco, der auch Synchronsprecher von Bud Spencer war.


Pistoleros


Die Story des Films ist halbwegs von der Stange. Man hat den Pistolero, der sich mit seinem Partner verkracht, wegen der Tochter und Ehre und Codex und so, und man hat den Bösewicht, der mal wieder eine ganze Stadt regiert. Was den Film interessant macht, ist der doch etwa subtile Aufbau, bis er dann am Ende explodiert. Was mein ich damit? Der Showdown am Ende ist so voll mit Stunts, ich wusste gar nicht wie mir passiert. Der Kontrast zum Rest des Filmes ist hier sehr deutlich. Natürlich gibt es ein Happy End, aber bis dahin ist natürlich ein zäher Weg, auf dem viele zu sterben haben und der Held ganz oft die gleiche grüne Schlucht entlang reiten muss. Ich fand die Dialoge etwas hölzern und den Held suboptimal besetzt, aber zwischen der schönen, wenn auch untypischen, Musik, den netten Aufnahmen und der Dramatik, kann man schon sagen dass es ein gut gelungener Vertreter des Genres ist.

Hervorzuheben ist hier vor allem der Versuch, einen sehr amerikanischen Western zu machen. Einigen typischen Italo-Elementen sind es vor allem die Versuche typische Elemente des US-Westerns zu betonen, die dem Film seine eigene Note aufdrücken. So ist der Held rasiert, sauber und will sich mit einem Fräulein eine Farm kaufen, es ist nicht der dreckige Drifter, der widerwillig und mit nicht ganz uneigennützigen Motiven, den Tag rettet. Auch die Locations erinnern eher ein wenig wie die frisch gefegten Westernstädte von Universal, und weniger den über Nacht zusammen gezimmerten Bretterbuden von Tabernas (obwohl es sich genau um diese handelt). Regisseur Grimaldi scheint auch weniger mit der Optik, als mit den Personen befasst zu sein, was den Film letztlich rettet. Auch wenn der Konflikt zwischen de Pistoleros noch so dünn konstruiert ist, es reicht für eine Moral am Ende und eine genretypische Wendung. Die Hintergründe des Protagonisten legitimieren seinen schnellen Finger am Abzug und - was besonders clever ist - Grimaldi wirft noch eine verlogene Strippenzieherin in den Mix, da freut sich der Zuschauer, denn dieser leichte zusätzliche Grad an Tiefe rettet den Film vor dem Mittelmaß.


Pistoleros


Die BluRay

Da die Tonqualität bei der BluRay auf Englisch am schlechtesten ist, griff ich dann doch zur deutschen Tonspur. Der Vergleich zwischen Tonspur und Untertitel weist allerdings einige Diskrepanzen auf, das heißt es lohnt sich auch, den Film auf Italienisch zu sehen um das volle Bild der Geschichte zu erschließen (Deutsch mit deutschen Untertiteln war meine Wahl, das war aber etwas komisch). Alle drei Spuren liegen in 2.0 PCM vor.

Das Bild der BluRay sieht schön warm und farbenfroh aus, ziemlich scharf und vor allem kontrastreich. Koch hat hier viel rausgeholt, auch wenn etwas Kantenglättung - das viel bescholtene Edge Enhancement - das Bild trübt bei genauer Betrachtung (hier 55 Zoll Bildschirm), insbesondere was Silhouetten in etwas Ferne betrifft. Insgesamt ist das aber ein Knaller-Transfer, und es zeigt schon, dass Koch diese Reihe mit dem besten an Qualität vorantreibt, die es hier geben kann.


Pistoleros


An Extras gibt es da Featurette Pistolen-Symphonie (19min) mit Nico Fidenco, der von seiner fast zufälligen Karriere als Musiker erzählt, obwohl er ja eigentlich Filme drehen wollte. Dann ist da noch eine Bildergalerie, der italienische und der deutsche Trailer, der deutsche Vor- und Abspann sowie der englische Vor- und Abspann.

Ein herzhaftes Westernvernügen mit einigen unüblichen Elementen, guten Dialogen und spannenden Wendungen, das ganze nun erneut mit hervorragendem HD Bild, recht guten Tonspuren und einigen interessanten Extras. Auch hier ein Pflichtkauf für Fans.



Pistoleros


Die BluRay und DVD wurde uns freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt.

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