Pulverdampf in Casa Grande Review

From The Spaghetti Western Database

Pulverdampf in Casa grande

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Besetzung:
  • Alex Nicol (Joe Daylight)
  • Jorge Mistral (Reisender)
  • Dick Bentley (Doc Kindley)
  • Steve Rowland (Kid)
  • Mercedes Alonso (Dona Maria de Castellar)
  • Roberto Rey (Don Castellar)
  • Diana Lorys (Gitana)


Musik:

  • Johnny Douglas, Robert Mellin

Regie:

  • Roy Rowland

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Räuberhauptmann Joe Daylight (Alex Nicol) ist mit allen Wassern gewaschen. Nicht nur hat er mit seiner Bande eine dicke Bonanza zusammengerafft, er hat auch eine Hacienda beim Pokern gewonnen. Seinen Männern macht er nun weiß, die Ranch hätte er von der Beute gekauft, das sei ein Spitzengeschäft und sowieso ist es in Mexiko super. Unterwegs dahin schließt sich der „Reisende“ (Jorge Mistral), ein geheimnisvoller Fremder an und Boss Daylight legt sich den mexengerechten Decknamen Don Jose zu. Doch die neu gewonnene Farmeridylle trügt. El Rojo (Aldo Sambrell), der ortsansässige Desperadohäuptling, neidet Daylight und seinen Nachbarn ihr Vieh. Daylight will die Gunst der Stunde nutzen und sich unter dem Deckmäntelchen des Beschützers selbst die Rindviecher unter den gierigen Nagel reißen, doch in einigen seiner Mobster schlägt das spießige Rancherherz stärker als gedacht…


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Alex Nicol braucht ne Brille.
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Aber wir wollten doch nur...
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Diana Lorys steht auf Jüngere.

Diese Spanisch Amerikanische Co-Produktion aus der Frühphase der Eurowestern zeigt starke Einflüsse des US Western. Freunde der Teutonenwestern werden an diesem Film ihre helle Freude haben, da die Darsteller ähnlich gewandet sind wie in den deutschen Produktionen dieser Ära. Überdeutlich wird dies an den stets etwas zu kleinen Hüten und den adretten Cowboywesten der Marke Kinderfasching. Auch die Halstüchlein sind teils so eng geschnürt wie es sonst nur die böse Stiefmutter von Schneewittchen zu schnüren vermag.

Die Handlung um Gut und Böse, sowie die Konzentration auf Rinderklau haben wenig mit späteren Europrodukten gemein. Hier sollte erwähnt werden, dass die gewaltigen Rinderszenen (bei einem Film, der Viehdieberei schon im Vorspann zum Hauptthema kürt, dürfen die freilich nicht fehlen) aus irgendwelchen Dokus in den Film reingeflickt wurden – so ein amerikanisch-spanisches Budget hat eben auch so seine Grenzen.

Auch der Score klingt verdammt nach originaler Prärie und wenig nach spanischem Mexikotrompetensound. Zudem ist der für diese Räubergeschichte auch tendenziell zu gut gelaunt komponiert, so hört sich das Titelstück ein wenig wie die happy happy joy joy Variante von High Noon an. Einzig die Szenerie und einige Darsteller lassen Spaghettifreunde aufhorchen. Allen voran räubert hier Aldo Sambrell in einer frühen Darstellung des Mexenbosses, den er noch oft verkörpern durfte. Daylights Hacienda sollte später noch in Eine Pistole für Ringo Verwendung finden.

Wer an oben genannten Teutonenwestern oder den Spaghettifrühprodukten wie Die letzten Zwei vom Rio Bravo nix auszusetzen hat und sich beim gucken entspannt zurücklehnt kann dies auch bei Casa Grande tun. Für wen Staub, Schweiß und Blut das Salz in der Suppe sind, der bekommt bei diesem Film wohl keinen Bissen runter.


-- Dillinger 9:44, 25 August 2010



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