Sartana DVD Review

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Die DVD wurde in Deutschland von MCP veröffentlicht. (Region 0) | Filmseite

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Der Film

Diese DVD-Rezension bezieht sich nicht auf den Western Sartana - Bete um deinen Tod, sondern auf den Film Mille dollari sul nero, der mit der Sartana-Reihe (vom Namen abgesehen) nichts gemein hat.

Johnny Liston (Anthony Steffen) hat zehn Jahre im Gefängis gesessen, für einen Mord, den er nicht begangen hat. Als er in sein Heimatdorf zurückkehrt, muss er feststellen, dass sein verrückter Bruder Sartana (Gianni Garko) mit seinen Leuten die Bewohner der dortigen Siedlungen terrorisiert und Schutzgeld verlangt. Außerdem hat er Johnnys Freundin Manuela vor den Augen ihres Bruders Jerry vergewaltigt und zur Frau genommen. Jerry, der seitdem die Sprache verloren hat, tut sich mit Johnny zusammen, um Sartana endlich das Handwerk zu legen...

"Mille dollari sul nero" gilt als Alberto Cardones bester Western. Er verlegt die Geschichte von Kain und Abel in den wilden Western, und schafft es dabei eine ungewöhnlich bedrückende Atmosphäre zu erzeugen. Wer den Film aber so richtig aus dem Durchschnitt heraushebt, ist Gianni Garko. In seiner ersten Westernrolle spielt er alle an die Wand und erinnert sogar ein wenig an Klaus Kinski. Sein Part rief so viel Begeisterung in Deutschland hervor, dass man beschloss den Film in "Sartana" umzubenennen. Ebenso interessant ist die Rolle der alkoholkranken Mutter der beiden verfeindeten Brüder, die als einzige Macht über Sartana besitzt und sich wie eine Herrin behandeln lässt. Sehr gut gefallen hat mir auch der Soundtrack von Michele Lacarenza. Ein kleines Meisterwerk!

Die DVD

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Zu "Sartana" gab es im deutschsprachigen Raum bisher keine offizielle DVD-Veröffentlichung. Nun hat MCP den Anfang gemacht...und dabei so ziemlich alles falsch gemacht, was man bei einer DVD-Veröffentlichung falsch machen kann. Falsches, nicht anamorphes Bildformat, geschnitten und nur die deutsche Tonspur. Die DVD läuft 88 Minuten, es fehlen also ungefähr 10 Minuten Film. Da ich die Uncut-Fassung nicht kenne, kann ich nicht sagen was genau fehlt, unterhaltsam war der Film jedoch auch in seiner gekürzten Fassung.

Die Bildqualität ist unterirdisch: Das Bild wirkt matschig, die Farben ausgebleicht. Außerdem wird beim Bild das Zeilensprungverfahren (interlace) angewandt, was bei Reitszenen zu unangenehmen Ghosting-Effekten führt (siehe Screenshot 3). Der Ton liegt in Dolby Digital 2.0 vor und klingt, trotz Rauschens, ganz gut. Ärgerlich ist nur, dass an manchen Stellen das Bild um eine halbe Sekunde nach vorn springt und Satzteile auf diese Weise verschluckt werden. Ob der Film bereits für die deutsche Erstaufführung so gekürzt wurde, oder ob diese Stellen entfernt wurden, da sie nicht mehr zu retten waren, ist unklar.

Als Extras werden auf dem Cover eine "Interaktive Menüführung" und "Kapitelwahl" angeführt. Das Menü ist eines der hässlichsten von denen, die mir je untergekommen sind, und die Interaktivität setzt sich aus einer Animation zwischen Hauptmenü und Kapitelmenü zusammen. Also im Endeffekt keine Extras.

Fazit

Es ist sehr schade, dass die DVD von MCP so enttäuschend ausgefallen ist, der Film hätte eine ordentliche Veröffentlichung verdient. So kann ich eine Kaufempfehlung nur für diejenigen aussprechen, die diesen tollen Streifen noch nicht kennen und sich von allzu schlechter Bildqualität nicht abschrecken lassen. Anonsten "Finger Weg!" und auf eine bessere Veröffentlichung hoffen.

Anmerkung: Mehr Informationen zu den Kürzungen findet ihr im Schnittvergleich zwischen der DVD von MCP und den Videokassetten von VideoStar und Futura.

--Alexander Fischer 13:23, 12 August 2010 (UTC)

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