Sartana DVD Review Xess

From The Spaghetti Western Database

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Rezension der neuen Xcess Veröffentlichung von Sartana, die DVD erscheint am 13.06.2014.



Der Film

Johnny Liston (Anthony Steffen) hat zehn Jahre im Gefängis gesessen, für einen Mord, den er nicht begangen hat. Als er in sein Heimatdorf zurückkehrt, muss er feststellen, dass sein verrückter Bruder Sartana (Gianni Garko) mit seinen Leuten die Bewohner der dortigen Siedlungen terrorisiert und Schutzgeld verlangt. Außerdem hat er Johnnys Freundin Manuela vor den Augen ihres Bruders Jerry vergewaltigt und zur Frau genommen. Jerry, der seitdem die Sprache verloren hat, tut sich mit Johnny zusammen, um Sartana endlich das Handwerk zu legen...

Kurzkritik

Der Klang einer klagenden Solotrompete und eine Nahaufnahme von Anthony Steffen als Ex-Sträfling Johnny Liston ... so beginnt dieser etwas verrückte, faszinierende ... oft schwächelnde, aber nie langweilige Spaghetti Western von 1966. Nachdem er 10 Jahre im Gefängnis verbracht hat, für einen Mord, den er nicht begangen hat, gerät Johnny in einen tödlichen Hinterhalt, als er in seine Heimatstadt zurückkehren möchte. Natürlich überlebt Johnny den Anschlag, um dann wenig später feststellen zu müssen, dass die Stadt von einer Verbrecherbande kontrolliert wird, deren Anführer Johnny's Bruder Sartana (NEIN, nicht DER Sartana) ist, ein verrückter, selbsternannter General, der mit seinen "Streitkräften" auf besonders brutale und kompromisslose Art und Weise Schutzgeld erpresst. In Sartanas Lager (das irgendwie wie eine Kombination aus einem Aztekentempel und einem Fort, das in die Seite eines Berges hineingebaut wurde aussieht) entdeckt Johnny auch seine ehemalige Geliebte Manuela wieder, die zwischenzeitlich von Sartana zur "Frau" auserkoren worden ist. Doch zunächst besucht Johnny seine leicht geistig verwirrte Mutter, die in einem Gebäude lebt, das architektorisch einem griechischen Tempel ähnlich ist. Sie ist die "Königin", wenn man so will, der Stadt ... von Luxus und Macht geblendet ... von den Untaten ihres verrückten Sohnes gesalbt. Oh man, was für ein Morgen!?

Als Sartanas "Truppen" in eine nahe gelegene Stadt "einmaschieren", um Schutzgeld einzufordern, verkündet Johnny:"Die Stadt steht unter meinem Schutz!" und löst damit eine Reihe von Schiessereien aus, die im Grunde Grenzen definierende Wettbewerbe im Vorfeld der unvermeidlichen Konfrontation Bruder gegen Bruder sind. Diese Konfrontation gegen Ende des Films ist stark surreal und wirklich gut in Szene gesetzt worden. Sie stellt die "Feuer der Hölle" dar mit der Hauptstraße als den Fluss Styx, der den Weg in die Unterwelt ebnet. Der Film schließt mit einem biblischen Zitat von Leviticus, während sich der Himmel unter Donnergrollen verdunkelt (Zeus zeigt sich zwar nicht aber das bedeutet nicht, dass er nicht in der Nähe war). Alberto Caldone aka Albert Cardiff, der schon als Regieassistent bei "Ben Hur" und als Second Unit Director bei "Barbarella" mitgewirkt hat, zeichnet sich für all das verantwortlich. Er packt den Film mit klassischen Themen und Referenzen, Elementen der griechischen Tragödie, Shakespeare-Drama, italienischer Oper, ödipalen Themen und religiösen Gleichnissen (Kain und Abel) voll. Tja und genau da liegt der Großteil der Schwachpunkte. Caldone überfrachtet den Streifen mit den verschiedensten Themen, wobei er keines so richtig ausformuliert. Weiterhin gibt es noch einige lächerliche Aufnahmen der Sonne unter Begleitung von kitschiger Orgelmusik, absurde Dialoge, Stummfilm ähnliches "overacting" und einige intensive Nahaufnamen von wahnsinnigem Lachen. Komponist Michele Lacerenza war einer der Trompeter auf dem "Eine Handvoll Dollar" Soundtrack und ihm gelingt es hier den Film mit einem passenden Score zu untermalen ... einschließlich dem tollen, melancholischen Trompetenthema. In Mille dollari sul nero ist eine Menge los. Während einiges nicht so gut klappt, gibt es auch sehr gelungene Momente. Soweit ich weiss war dies die einzige Zusammenarbeit von Garko und Steffen, wobei Garko ein erinnerungswürdiges Spaghetti-Western Debut gibt, denn so wird man Gianni Garko nicht mehr wieder sehen ... als grausamen, psychopathischen Verrückten (er erinnert dabei stark an Klaus Kinski), der ganze drei Städte unterdrückt, deren Einwohner ihm für seinen "Schutz" Tribut zollen müssen. Letztendlich versucht Alberto Caldone zu viel in Sartana unterzubringen, was dem Film etwas schadet aber das Debut von Garko und dessen Paarung mit Steffen sowie der gute Soundtrack können da locker drüberhinweg täuschen.

Die DVD

Hier kann ich gar nichts anderes schreiben als dass die DVD qualitativ sehr zu überzeugen weiss. Bild und Ton sind klasse restauriert worden ... ich habe den Film in noch keinem besseren Zustand gesehen (für Bildvergleiche bitte hier Schnitt- und Bildvergleich klicken). Bei den Extras sticht natürlich, wie fast immer, der Audiokommentar von Dr. Markus Stiglegger und Ivo Ritzer heraus. Hier bekommt man eine Fülle an Informationen über den Film, die Darsteller und das Genre an sich sehr unterhaltsam und kompetent präsentiert.

Urteil

Xcess gelingt eine sehr schöne Veröffentlichung eines wahren Italo-Western Klassikers. Der Film offenbart zwar einige Schwächen, kann diese aber mit einigen gelungenen Aspekten wieder ausgleichen. Qualitativ gibt es bei der DVD nichts zu beanstanden und auch die Aufmachung ist sehr ansprechend. Es sind gleich drei verschiedene Covermotive (streng limitierte große Hartboxen, eine kleine Hartbox ist auch geplant) erhältlich, die meiner Meinung nach alle klasse gestaltet worden sind. Da weiss man ja gar nicht für welches man sich entscheiden soll!? Sammler werden sich wohl überlegen, ob es sich lohnt den Film einzeln zu erwerben oder, ob man auf die nächste Koch-Box wartet, wo der Film ebenfalls enthalten sein wird. Allerdings lohnt sich die DVD beinahe schon alleine wegen des wirklich unterhaltsamen Audiokommentars...



Diese DVD wurde freundlicherweise von Xcess zur Verfügung gestellt. Verpackung und Covergestaltung standen uns zur Beurteilung nicht zur Verfügung.

Bluntwolf 7th June 2014 (CEST)

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